Die Idee zum Projekt

„Warum leiten wir nicht als Kurs eine Station?“

Gemeinsames Kursfrühstück

„Warum leiten wir nicht als Kurs eine Station?“ – Diese Idee einer Schülerin vom Kurs 2000-2003 öffnete den Weg zum Projekt „Mut zum Handeln – Auszubildende leiten eine Station“.

In einer Ausbildung sollen junge Menschen dazu befähigt werden, als Fachkräfte den Herausforderungen im Berufsalltag gerecht zu werden. Auch Auszubildende in der Krankenpflege müssen in ihrer dreijährigen Ausbildungszeit neben Fachwissen unterschiedliche Kompetenzen erwerben, um den Anforderungen im Pflegealltag gewachsen zu sein.
Eine Herausforderung für Pflegekräfte stellt nach wie vor der Umgang mit Schwerkranken, Sterbenden, chronisch Kranken und alten Menschen dar. Die komplexen und hoch technisierten Untersuchungs- und Operationstechniken und die damit verbundene Betreuung der Patienten, bei einer immer kürzer werdenden Verweildauer, stellen hohe Anforderungen bezüglich der fachlichen Fähigkeiten. Belastungen durch die knapper werdenden Ressourcen Zeit, Geld und Personal prägen den Klinikalltag und müssen mit einem hohen Maß an organisatorischen Fähigkeiten und Flexibilität kompensiert werden.

Ob Projektunterricht in der Pflegeausbildung eine geeignete Methode zur Kompetenzförderung im Sinne von Schlüsselqualifikationen ist, soll im Rahmen des Praxisprojekts herausgefunden werden. Diese Ausführungen basieren auf den Ergebnissen des Projekts „Mut zum Handeln – Auszubildende leiten eine Station“, das im Mai 2003 vom Kurs 3b der Krankenpflegeschule Marienhospital Stuttgart geplant, durchgeführt und ausgewertet wurde. „In ein paar Monaten müssen wir das auch können.“ Auf dieser Aussage gründet die Projektidee der Auszubildenden, gemeinsam im Rahmen einer Projektwoche eine Station zu leiten.

Projektziel war, dass „alle anfallenden Tätigkeiten, die gesamte Organisation der Station und die Versorgung der Patienten eigenverantwortlich von den Auszubildenden, zur Vorbereitung auf die Zeit als examinierte Pflegekraft, durchgeführt werden.“

Projektphase 1: Definition

Zielklärung
Alle anfallenden Tätigkeiten, die gesamte Organisation der Station und die Versorgung der Patienten wird eigenverantwortlich von den Auszubildenden durchgeführt (examinierte Pflegekräfte und LehrerInnen der Schule sind
anwesend, jedoch nur mit beratend-begleitender Funktion).

Rahmen definieren
Für ein Projekt sind im Lehrplan der Schule 38,5 Std. eingeplant. Der Zeitraum der Vorplanung wurde von Januar 2003 bis April 2003 festgelegt. Die Durchführung vom 5.5. bis 8.5.2003 (Beginn mit der Frühschicht am Montag, Ende mit der Spätschicht am Donerstag). Daneben wurden Überlegungen angestellt, welches Stationsteam unser Projekt mittragen würde.

Projektziele

  • volle Verantwortung übernehmen (im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten)
  • Qualitative Versorgung der Patienten
  • Sicherheit im Organisationsablauf
  • Organisation und Koordination lernen und gestalten
  • Sicherheit und Selbstbewußtsein, sowie Selbständigkeit bekommen
  • Eigene Grenzen kennen lernen, Problembewältigung
  • Teamfähigkeit, Kollegialität
  • Umgang mit Kritik

Vorraussetzungen klären

  • Ist ein Projekt in diesem Ausmass an unserem Krankenhaus möglich?
  • Bekommen wir die notwendigen Genehmigungen?
  • Was müssen wir in der Planungsphase berücksichtigen?
  • Wie wollen wir bei der Auswertung vorgehen?
  • Öffentlichkeitsarbeit?
  • Wie bringen wir 26 Auszubildende in einen geeigneten Dienstplan - was müssen wir hierbei berücksichtigen?

Von der Idee zum Projekt - das Projekttagebuch

Projekttagebuch Den chronologischen Verlauf und wichtige Ereignisse in den Projektphasen finden Sie übersichtlich im Projekttagebuch.