Expertenstandards in der Pflege

Expertenstandards in der Pflege

“Pflegekräfte entwickeln pflegerische Qualität” in der Pflegepraxis

Transfermanagement des nationalen Expertenstandards "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" und "Sturzprophylaxe in der Pflege"




zum Umgang mit dem Konzept

Das Konzept bietet eine Grundlage zum Wissenstransfer von exemplarischen Inhalten des nationalen Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“. Es versteht sich als ein kreativer und offener Planungsvorschlag und kann selbstverständlich im Rahmen der einrichtungsspezifischen Schulcurricula – was die zeitlichen, methodischen und inhaltlichen Schwerpunkte betrifft – entsprechend modifiziert werden. Lehrende in den Bildungseinrichtungen können die Inhalte und die pädagogisch-didaktischen Überlegungen nutzen und diese im Rahmen des pflegepädagogischen Konzeptes der jeweiligen Bildungseinrichtung realisieren. Das Konzept kann zudem eingesetzt werden, um Unterrichtsvorbereitungen zum Thema „Dekubitusprophylaxe“ auf der Basis der Inhalte und der Struktur des Expertenstandards zu ergänzen. Das gesamte Konzept stellt die Grundlage für eine Lernsituation zum Thema „Dekubitusprophylaxe in der pflegerischen Ausbildung“ dar.

Durch die Struktur des Expertenstandards wird die Lernsituation in Themenschwerpunkte unterteilt. Im Einzelnen sind dies neben der Präambel und der Standardaussage mit Begründung auch die sieben Kriterienebenen. Jedem Themenschwerpunkt werden Lerninhalte zugeordnet. Diese basieren auf den Inhalten des Expertenstandards. Die „Standardaussage mit Begründung“ und die „Kriterien“ sind in der Einführung zu Beginn zitiert. Eine Zusammenfassung der „Präambel“ für die Lernenden sowie eine Übersicht über die Standardaussage mit Begründung und die sieben Kriterienebenen befindet sich im Reader. Neben einem didaktischen Kommentar und der Zielsetzung werden die Lerninhalte im Überblick dargestellt. Ergänzend zu den Lerninhalten werden, dort wo notwendig, auch Lernvoraussetzungen und Anschlussthemen genannt, die im Zusammenhang mit dem Themenbereich stehen. In einem grauen Kasten werden die Inhalte der „exemplarischen Lerneinheit“ vorgestellt. Zusätzlich dazu sind mögliche Lernziele formuliert sowie Wissensgrundlagen und Möglichkeiten zur Umsetzung beschrieben. Die möglichen Lernziele sollen einerseits helfen die umfassenden Inhalte zu strukturieren, andererseits kann im weiteren Verlauf der Ausbildung bzw. in der betrieblichen Fort- und Weiterbildung

daran angeknüpft werden, um Inhalte zu vertiefen bzw. zu ergänzen. Eine vollständige Bearbeitung aller Lernziele und der entsprechenden Wissensgrundlagen ist nicht Ziel dieser Arbeit. Selbstverständlich ist es notwendig, neben dem Expertenstandard weitere Literatur zur Stoffanalyse zu nutzen. Der Expertenstandard bietet dazu ein umfassendes Literaturverzeichnis an (vgl. DNQP 2004, 62 ff.). Eine weitere Wissensgrundlage bilden auch die Ausführungen in dieser Arbeit. Zusätzliche Informationen zu Anschlussthemen wurden als „Pflegewissenschaftlicher Exkurs“ mit in das Konzept integriert.

Pädagogisch-didaktische Hinweise zum Wissenstransfer der exemplarischen Lerneinheit bilden den Abschluss des jeweiligen Themenschwerpunktes. Zur besseren Übersicht wurden diese Überlegungen grau unterlegt. Dabei werden schülerorientierte Methoden zum Wissenstransfer eingesetzt. Die Möglichkeit A. bietet Lernaufgaben, die im problemorientierten Lernen (POL) bearbeitet werden können. In Lerngruppen von 7 bis 12 Lernenden können diese als Studienaufgabe (z. B. Präambel) bzw. Problemaufgaben nach dem Siebensprung bearbeitet werden. Allerdings muss für die Bearbeitung im POL genügend Zeit eingeplant werden. Die Möglichkeit B. bietet sich an um die Inhalte auf der Basis der Fallgeschichte „Es ist schon gerötet…“ umzusetzen. Diese Fallgeschichte kann von den Lernenden im Rahmen einer Gruppenarbeit bearbeitet werden und bildet den „roten Faden“ durch die Lernsituation. Sie wurde nicht als klassische Lernaufgabe im Sinne des POL formuliert, kann jedoch alternativ auch mit Hilfe der Schritte 1-5 des Siebensprungs bearbeitet werden. Mit Hilfe der Lernfragen die durch die Lernenden bis zum 5. Schritt formuliert wurden (z.B. auf Plakaten, Moderationskarten), wird dann von der Lehrkraft, mit unterschiedlichen Methoden, der Verlauf der Lernsituation gesteuert, so dass am Ende die Fragen der Lernenden beantwortet sind. Ziel ist es, dass in einer Wechselwirkung von Zielen, Inhalten, Methoden und Organisationsbedingungen der Unterrichtsprozess auf den verschiedenen Handlungsebenen unterschiedliche Formen annimmt und somit n. Meyer als schülerorientierter Unterricht legitimiert ist (vgl. Meyer 2003, 315).

Dekubitusprophylaxe in der Pflege

Die Qualitätsentwicklung in der Pflege gewinnt seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Lange Zeit standen die individuellen fachlichen Überzeugungen der Pflegekräfte im Mittelpunkt des Pflegealltags. Um pflegerische Arbeitsschritte zu systematisieren, wurden in den 1980er Jahren Arbeitsrichtlinien (procedures) erarbeitet und eingeführt. Diese Arbeitsrichtlinien, oftmals fälschlicherweise als „Standard“ bezeichnet, sollten ein erster Schritt zur Vereinheitlichung pflegerischer Maßnahmen sein und damit zur Qualitätsentwicklung beitragen (vgl. Elsbernd 2005, 67).

In diesem Zusammenhang finden auch die pflegerischen Ausbildungen Beachtung (hier: Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege). Lange Zeit schien es, als wäre eine Annäherung zwischen

den Ansprüchen der Pflegewissenschaft, der pflegerischen Ausbildung und der Realität der Pflegepraxis kaum möglich. Wittneben hat dies in ihren Denk-, Handlungs- und Forschungszonen der Pflegedidaktik als „Krankenpflege-Ausbildungs-Ideologie“ („Das haben wir schon immer so gemacht“) bezeichnet (vgl. Wittneben 1998,199). Elsbernd stellt fest, dass Pflegende in Deutschland im Rahmen ihrer Ausbildung nicht das Wissen erwerben, das notwendig ist, um pflegerische Handlungen theoretisch zu begründen und abzusichern. Es gelingt auch nicht, im Rahmen der Ausbildung die wissenschaftlichen Erkenntnisse in praktisches Handeln umzusetzen (vgl. Elsbernd 2005, 66). Gerade Expertenstandards, als Instrumente zur Qualitätsentwicklung in der Pflege, könnten mit den wissensbasierten Inhalten auch zur Förderung der Ausbildungsqualität beitragen. Somit würden diese Instrumente zum „Mittler“ zwischen der Pflegeforschung, der pflegerischen Bildung und der Pflegepraxis.

Schwerpunkte - Transfermanagement

  • „Pflegefachkräfte entwickeln pflegerische Qualität in der Pflegepraxis“ – Grundlagen zum DNQP, zu Expertenstandards und zur Qualitätssicherung in der Pflege;
  • Der nationale Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege: Präambel, Standardaussage, Kriterienebenen 1-7, Audit;
  • Entwicklung von Instrumenten;
  • Einführung des nationalen Expertenstandards in der Pflegepraxis – Grundlagen der Einführung nach DNQP;
  • Implementierung des Expertenstandards Dekubitusprophylaxe in der Pflege in Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege;
  • Audit

Sturzprophylaxe in der Pflege

Heute schon gestürzt?

Der nationale Expertenstandard “Sturzprophylaxe in der Pflege” - “Pflegekräfte entwickeln pflegerische Qualität”

Schwerpunkte

  • „Pflegefachkräfte entwickeln pflegerische Qualität in der Pflegepraxis“ – Grundlagen zum DNQP, zu Expertenstandards und zur Qualitätssicherung in der Pflege;
  • Vorstellung: Der nationale Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege: Präambel, Standardaussage, Kriterienebenen 1-7, Audit;
  • Entwicklung von Instrumenten;
  • Einführung des nationalen Expertenstandards in der Pflegepraxis – Grundlagen der Einführung nach DNQP;
  • Implementierung des Expertenstandards Sturzprophylaxe in der Pflege in Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege;
  • Audit